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Hugenotten

Rotkäppchen und Hugenotten

Das protestantisch-reformierte Hessen war ein sicherer Hafen für reformierte Glaubensflüchtlingen aus Frankreich. Mit den Hugenotten, kamen nicht nur neue Handwerkskünste, Bräuche und Glaubensvorstellungen nach Deutschland – sie brachten auch ihre Geschichten mit. Eine davon war das uralte keltisch-französische Märchen Le Petit Chaperon Rouge in der Fassung von Charles Perrault. Auch in Nordhessen ließen sich Hugenotten nieder und ihre Erzählungen wurden Teil der regionalen Kultur.

Aus der französischen Vorlage entstand durch Jacob Grimm und Wilhelm Grimm das weltbekannte Märchen vom Rotkäppchen und dem Wolf. Die Brüder Grimm sammelten alte Überlieferungen, passten sie ihrer Zeit an und ergänzten neue Figuren – darunter den Jäger, der in vielen internationalen Fassungen fehlt. Nicht nur in Frankreich, auch in Italien oder England endet die Geschichte anders, als uns von den Grimms erzählt.

Im 19. Jahrhundert erhielt Rotkäppchen schließlich auch ein regionales Gesicht: Ludwig Emil Grimm – der Malerbruder von Jacob und Wilhelm, den Germanisten, hielt die traditionelle Schwälmer Tracht in der Willingshäuser Malerkolonie fest. Aus dem französischen Mädchen mit roter Kappe wurde so ein Schwälmer Rotkäppchen. Diese Tracht – wie auch die Hessischen Jäger – kannten auch die Märchen-Grimms von ihren Besuchs-Aufenthalten im Schloß Willingshausen. Denn oft machten sie hier Halt, auf ihren Fahrten zwischen ihrer Universität, in Marburg, und ihrer Heimatstadt, Kassel.

Heute ist das Märchen wissenschaftlich als Typ ATU 333 erfasst – mit unzähligen Varianten auf der ganzen Welt. Rotkäppchen zeigt damit eindrucksvoll, wie Geschichten über Ländergrenzen hinweg wandern, sich verändern und zugleich Teil regionaler Identität werden können.

Hugenotten- und Waldenserpfad: Von Frankenhain nach Treysa

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Hugenottenkirche Frankenhain

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