Als die Romantik Europa durchströmte, sammelten Enthusiasten Märchen, Sagen und Lieder – darunter Jacob und Wilhelm Grimm. Von ihrem Geburtsort ausgehend schlängelt sich seit 50 Jahren die über 600 km lange Deutsche Märchenstraße gen Norden. Entlang der Route werden Sagen, historische Anekdoten und Märchenmotive lebendig. Zwischen Kassel und Marburg fanden die Grimms viele ihrer Vorlagen, sodass zahlreiche Orte hier besonders reich an Märchenmotiven sind.
In Willingshausen trug Ludwig Emil Grimm mit seinen Bildern von Märchenlandschaften und Schwälmer „Rotkäppchen“ zum Bild des deutschen Märchenlandes bei. Spätere Maler wie Otto Ubbelohde nutzten bewusst lokale Motive zwischen Lahn und Schwalm. Fachwerkstädtchen wie Homberg (Efze) versetzen Besucher gedanklich in die Zeit, als die Romantiker auf Märchensuche waren.
In Neukirchen öffnet seit 25 Jahren das Märchenhaus seine Türen für Liebhaber von Märchendevotionalien – ein Blick in die eigene Jugend für viele Besucher. Auch wenn Schwarzenborn nicht direkt an der Märchenstraße liegt, hätten die Grimms sicherlich Freude an den „Schwarzenbörner Streichen“ gehabt, die lokale Anekdoten und Volkserzählungen bewahren, ähnlich wie ihre eigenen Märchen ein wertvoller Schatz der Region sind.